Friederike Willich

„Auch wenn ich selbst an zwei hervorragenden Universitäten in Deutschland und den USA bei namhaften Professoren studiert und zwei wichtige Abschlüsse erworben habe, bin ich nicht der Meinung, dass man eine Hochschule besuchen muss, um Künstler zu werden.“

Dies und viele weitere spannende Antworten von Friederike Willich auf die Fragen von Phil Porter gibt es in folgendem Interview.

 

 

Wer bist Du? 

Ich bin Malerin, heiße Friederike Willich und trage den akademischen Titel „Master of Fine Arts“ von der University of Pennsylvania, einer der amerikanischen Elite-Universitäten (Ivy League Schools), wo ich ein dreijähriges Master-Studium absolviert habe.

Davor habe ich ein Studium in Kunst und Pädagogik in Deutschland mit einem Kunstdiplom abgeschlossen.

Außerdem bin ich leidenschaftliche Musikerin und studierte neben meiner beruflichen Tätigkeit als Malerin Querflöte an der Musikhochschule Hanns-Eisler in Berlin.

Seit Mitte der neunziger Jahre bin ich hauptberuflich als Malerin tätig mit Atelier und Wohnsitz in Berlin. Meine Bilder stelle ich vorwiegend in Einzelausstellungen vorwiegend in Deutschland, aber auch im Ausland aus.

 

Was bietest Du an?

Ich arbeite gerne großformatig in Acryl auf Leinwand.

Daneben entstehen zahlreiche Aquarelle, die viele Ideen und Eindrücke in transparenter Farbigkeit zeigen.

 

Wo bist Du?

Seit gut zwei Jahren habe ich ein herrliches, Licht durchflutetes Atelier im Innenhof, Fedelhören 8 in Bremen.

 

Was erwartet die Leute? 

Meine Bilder zeigen die Auseinandersetzung mit sehr unterschiedlichen Themen, den Naturgewalten, dem Leben um mich herum, den persönlichen Eindrücken unterschiedlichster Standorte.

 

Auf welchen Internet-Portalen bist Du vertreten? 

Ich habe meine eigene Website unter www.willich-art.de 

 

Welche Wege führten Dich in die Welt der Kunst?

Hin- und hergerissen zwischen Musik, Bildender Kunst und Tanz habe ich mich schließlich auf den Weg gemacht, die Malerei als Beruf auszuüben.

 

Was bedeutet das Viertel als Kulturstandort für Dich? 

Das Viertel ist eine herrlich bunte Ansammlung von Kunst und Lebenskunst.

 

Wie entsteht ein Werk von Dir?

Meine Bilder entspringen zwei unterschiedlichen Quellen:

Eindrücke aus meiner Umgebung leben in mir fort, verdichten sich zu eigenen Bildwelten mit dem Bestreben, das Wesentliche hervorzuheben.

Andere Bilder gehen aus inneren Stimmungen hervor und ich nutze die Welt der Farbe und Formen, um diese Impulse und Emotionen sichtbar zu machen.

 

Welchen Aufwand betreibst Du, um künstlerisch aktiv zu sein?

Ich bin viel unterwegs, gehe mit offenen Augen durch die Welt.

Meinen Skizzenblock habe ich immer bei mir.

Im Atelier tauche ich in völliger Abgeschiedenheit für viele Stunden in meine Bildwelten ein.

 

Welche Personen beeinflussten Dich zur Anfangszeit? 

Ich habe bei sehr unterschiedlichen Künstlern und Kunstkritikern studiert, die mich inspirierten, korrigierten, provozierten und kritisierten und mir das handwerkliche Rüstzeug gaben.

Einflussreich während meines Studiums waren u. a. Nigel Rolfe, irischer Performance Artist, Robert Engman und S. Sillman, zwei stark vom Bauhaus beeinflusste Künstler.

Wie Sie wissen, mussten alle Bauhauskünstler immigrieren und haben die Kunst in Amerika in der Nachkriegszeit maßgeblich geprägt.

 

Welche Personen beeinflussen Dich heute? 

Heute versuche ich, kompromisslos meinen eigenen malerischen Weg zu gehen und meine eigene künstlerische Handschrift im täglichen Tun weiter zu entwickeln und durchaus auch zu hinterfragen.

 

Wie hat sich Deine Kunst im Laufe der Zeit verändert? 

Meine Kunst ist themenbezogener, möglicherweise aussagekräftiger und in ihrer farblichen Auseinandersetzung vielschichtiger geworden.

 

Warum bist Du KünstlerIn? 

Ich bin Künstlerin, weil ich ein kreatives Medium brauche, um Stimmungen, Gefühle und auch Eindrücke des täglichen Lebens aus mir heraus zu setzen.

 

Warum ist Kunst wichtig für Dich?

Kunst gibt mir die Möglichkeit, mich in kreativer Weise zu äußern und somit an meinem eigenen inneren Feuer nicht zu verbrennen.

 

Warum ist Kunst wichtig für die Gesellschaft? 

In der heutigen Zeit scheint es mir besonders wichtig zu sein, mit meinen Bildern etwas in die Welt zu bringen, das die Menschen in seinen Bann zieht und ein Gegengewicht bildet zu den vielen Themen und Aggressionen, die uns im Alltag fortwährend in Atem halten.

 

Wo stellst Du Deine Werke aus? 

Meine Werke stelle ich in unterschiedlichen  Städten – wenn möglich –  in Galerien und  Kunstvereinen aus, aber auch in Veranstaltungszentren und öffentlichen Räumen.

Gerade habe ich zwei große Ausstellungen im Herzen Bremens (Thema „In Bewegung“) und

in Achim (Thema „Wind, Wasser, Welle“ ) beendet.

 

Wo kann man Deine Werke als nächstes sehen? 

Nach den beiden oben genannten Ausstellungen brauche ich jetzt gerade eine intensive Arbeitsphase im Atelier.

Weitere Ausstellungen zu neuen Themen sind in Planung und werden rechtzeitig angekündigt.

 

Wie sah Dein erster Kontakt zum künstlerischen Handwerk aus? 

Schon als Kind habe ich mit Hingabe gemalt und später sämtliche Schulhefte mit farbigen Zeichnungen und themenbezogenen Bildern illustriert.

 

Was bedeutet „Perfektion“ für Dich?

Ein außerordentlicher Perfektionsanspruch – Segen und Fluch zugleich – ist mir wohl schon mit in die Wiege gelegt worden.

Sowohl was das handwerkliche Können als auch was die Umsetzung meiner Ideen betrifft, sind mir höchste Präzision und Perfektion kompromisslos wichtig.

 

Wie definierst Du Freiheit? 

Freiheit heißt für mich innere und äußere Unabhängigkeit.

In meinen Bildthemen bin ich frei von Einflüssen durch die Medien oder besondere Trends. Auch politische Aspekte sind nicht Zentrum meines kreativen Tuns.

 

Welche Rolle spielt das Handwerk in Deinem Schaffen? 

Handwerkliches Können steht für mich in Verbindung mit der Frage nach Perfektion:

Handwerkliche Präzision ist für mich wichtige Voraussetzung, um meine Ideen uneingeschränkt durch das Medium Farbe in meinen Bildern zum Ausdruck zu bringen.

 

Welche Einstellung hast Du zum Kunstmarkt?

Ich verfolge den Kunstmarkt und seine Trends. In meinem künstlerischen Schaffen beeinflusst er mich NICHT.

 

Was verbindest Du mit „Kunstwerk im Viertel“? 

„Kunstwerk im Viertel“ ist für mich eine wunderbare Chance, um im Rahmen der Vorbereitungen mit den zahlreichen Kolleginnen und Kollegen des Viertels in konstruktiven Austausch zu treten.

Die Veranstaltung selbst nutze ich gerne, um allen Kunstinteressenten aus Bremen und Umgebung die Gelegenheit zu geben, meine aktuellen Arbeiten in meinem eigenen Atelier kennen zu lernen.

 

Muss man eine Schule besuchen, um ein Künstler zu sein? 

Auch wenn ich selbst an zwei hervorragenden Universitäten in Deutschland und den USA bei namhaften Professoren studiert und zwei wichtige Abschlüsse erworben habe, bin ich nicht der Meinung, dass man eine Hochschule besuchen muss, um Künstler zu werden.

Es gibt exzellente Autodidakten, aber sie sind seltener, als manche Leute meinen…

 

Kunst oder Kommerz? 

Kunst steht für mich zweifellos weit über Kommerz.

Kunst sollte allerdings eine Verbreitung und Anerkennung finden, dass sie den/die  Künstler/in  ernährt, damit er/sie weitere Kunst schaffen kann.